| Sphingisches Credo
Hinter dem roetlichem Tuche, Du,
Gib Dein Stichwort,
Lockende Fremdin !
“Deiner Torheit eitlem Elend
Bin ich die unbegehrte Antwort ohne Frage–
Bin das Nest ohne Ei–
Bin Ohnmacht zwischen den Schwertern–
Bin ein Lachen zur Unzeit–
Bin Ueberdruss kuessenden Lippen–
Bin ungeloester Traenen
Erstickendes Bett–
Bin Strahl, der den Samen
Saeender doerrt–
Bin als zweifelnder Wahn
Aller Kindschaften Mord–
Bin ein Blei so schwer,
Dass keiner Freuden Feuer es schmoelze–
Bin das Pech,
Dran Morpheus’ Schuh noch verklebte–
Bin des Chaos’ Gaehnen, bereit,
Allraumende Leuchte zu schlingen–
Bin oeder Weile stummer Weiser
Ohne Zifferblatt–
Im Minne– ewigen Becher
Bin ich laues Gift,
Beigemischt jeglichem Trunke–
Ich schuere die Sehnsucht
Am Herde von Gestern,
Die kaeltens am Morgen
Traumdiebisch verendet,
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Ein blinder Spieler bin ich,
Der bunte Kugel –Dich-rollt–
Der Moeve mit gebrochener Schwinge
Bin ich Krume auf broekelnder Klippe–
Und gar mittens Anhub und Ende
Bin Fragepein,
Die Antwort nie findet,
Und gar zwischen Hochzeit und Grab
Deiner Torheit Trost im eitlen Vergessen –!
“Fahre nur fort, mit luesternen Fingern
Meines Unscheins Bloesse in Flitter zu kleiden,
Stille Dein Gieren
Am Tausche der Masken,
Solang sie mein Launen Dir leiht– !
Am Ende wirst Du versteinern–
Auf Dir Granit
Wird schwer mein opferueberschwangeres Fleisch
Dann sich raekeln,
Und wohl nur zuweilen
Traege sich wetzen an Dir Meiner Tatzen stumpfende Kralle !”
Big Sur, mayo de 1951.

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